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Seit dem 4. August 2011 wieder neue Widerrufs- und Rückgabebelehrung im Onlinehandel

Von Rechtsanwalt Willi Marnet, LL.M.

Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs macht Gesetzesänderung erforderlich

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) erklärte bereits im September 2009 die deutschen Vorschriften zum Wertersatz für europarechtswidrig. Darauf hat der deutsche Gesetzgeber nunmehr reagiert und die §§ 312e Abs. 1 und 357 Abs. 3 BGB entsprechend den Vorgaben des EuGH neu formuliert. Im Ergebnis handelt es sich dabei lediglich um eine sprachliche Anpassung und nicht um eine Einschränkung des Anspruchs der Händler auf Wertersatz für die Nutzung oder Verschlechterung der zurückgegebenen Ware, da die Rechtsprechung die bislang zum Wertersatz geltenden Vorschriften bereits restriktiv im Sinne der neu formulierten Normen ausgelegt hatte. Die neuen Musterbelehrungen zum Widerrufs- und Rückgaberecht einschließlich den Gestaltungshinweisen sind den Anlagen 1 und 2 zu Artikel 246 § 2 Abs. 3 EGBGB zu entnehmen.

Die Übergangsfrist für eine Anpassung an die Musterwiderrufsbelehrung beträgt drei Monate

Eine entsprechende Anpassung an die abmahnsichere Musterwiderrufsbelehrung, wonach der Verbraucher für bestellte Waren nur noch dann Wertersatz leisten muss, wenn er diese in einer über die Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsweise hinausgehenden Weise nutzt und er über diese mögliche Folge zuvor auch in Textform belehrt worden ist, muss bis spätestens zum 4. November 2011 erfolgen. Versäumt der Händler eine rechtzeitige Anpassung, dann muss er mit kostenintensiven wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen rechnen. Allerdings sollte der Händler ab sofort die neue Belehrung nutzen, da er nur dann einen Anspruch auf Wertersatz geltend machen kann, wenn er den Verbraucher über die Rechtsfolge entsprechend der Neuformulierung informiert hat. Eine sofortige Korrektur der alten Musterwiderrufsbelehrung bietet sich auch schon deshalb an, da der Gesetzgeber eine redaktionelle Ergänzung der Musterwiderrufsbelehrung vorgenommen hat, die bislang schon häufig Anlass für wettbewerbsrechtliche Abmahnungen war. In die 40-Euro-Klausel wurde nunmehr das Wort „regelmäßig“ eingefügt, das zusätzlich auch in die erforderliche vertragliche Vereinbarung über die 40-Euro-Klausel aufgenommen werden muss.

 


Archivierte Themen:

2012
Impressumspflicht auch bei geschäftlicher Nutzung von sozialen Netzwerken (März)

2011
Datenschutzrechtliche Bedenken gegen den Einsatz von Google Analytics sind beseitigt (Oktober)
Seit dem 4. August 2011 wieder neue Widerrufs- und Rückgabebelehrung im Onlinehandel (August)
Die elektronische Rechnung per E-Mail nun auch für Unternehmen (Juli)
Keine Abmahnung bei einem Verstoß gegen den Datenschutz (Mai)
Die Widerrufsbelehrung auf der Website genügt nicht der gesetzlich geforderten Textform (Februar)

2010
Rechtliche Risiken beim Einsatz des Webanalyse-Tools „Google Analytics“ (Oktober)
Neuordnung des Widerrufs- und Rückgaberechts zum 11. Juni 2010 (Juni)
Zusätzliche Informationspflichten für Dienstleistungsunternehmen (Mai)
Zur Aktualität von Preisangaben und der Angabe von Versandkosten in Preissuchmaschinen (April)
Änderungen für 0180-Nummern seit 1. März 2010 (März)
Vorsicht bei der Installation einer „Tell-a-friend-Funktion“ auf einer kommerziellen Website (Januar)

2009
Keine Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung (Oktober)
Neue Widerrufsbelehrung für den Online-Handel mit Dienstleistungen (August)
Beschlagnahme von E-Mails beim Provider (Juni)
Zur Zulässigkeit der AdWord-Werbung bei Google (März)
Auswirkungen der neuen Verpackungsordnung (Januar)

2008
Archivierung von Webseiten und Blogs durch die DNB (Dezember)
Impressum muss nicht zwingend Telefonnummer enthalten (November)
Neues Gesetz erleichtert Urheber Durchsetzung seiner Ansprüche (September)
Vorläufige Einschränkung der Vorratsdatenspeicherung (Juni)
Heimliche Online-Durchsuchung (April)
Neue gesetzliche Regelungen im Online-Recht (Januar)

2007
Mehr Transparenz bei Preisangaben im Web... (November)
Zur Haftung des Admin-C als Bevollmächtigter... (September)
Rechtliche Aspekte zu Blogs... (Juli)
Neues TMG und Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien... (April)
Pflichtangaben auch für geschäftliche E-Mails (Februar)
Die Verwendung eines unrichtigen Musterformulars zum Online-Widerrufsrecht und seine Rechtsfolgen (Januar)

2006
Unbegrenzte Haftung für Hyperlinks (November)
Die rechtliche Bewertung von Keyword-Advertising (August)
Heilmittelwerbung im Internet (Mai)
Preisangaben und Versandkosten im Online-Handel (März)

2005
Urheberrechtlicher Schutz von Websites (Dezember)
Weblogs und die Grenzen der Meinungs- und Werbefreiheit (Oktober)
Die Löschung von Werbe-Mails durch den Arbeitgeber (August)
Internet-Rechtsfälle mit Auslandsbezug (Juni)
Spam-Mails ... und kein Ende (März)
Domain-Grabbing und die Registrierung von Gattungsbegriffen als Web-Adressen (Januar)

2004
Werbung in Form von Meta-Tags (Oktober)
Abpfiff für Spam und Co (August)
Gratwanderung zw. zulässigem Newsletter u. illegalem Spam (April)
Gefährliche Werbewelt (März)
Wirkungslose Disclaimer (Januar/Februar)

2003
Rechtliches Aus für Tauschbörsen? (Dezember)
Meine E-Mail, Deine E-Mail (November)

 

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Letzte Aktualisierung:
7. Mai 2012

 
 
 
   

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