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Auswirkungen der neuen Verpackungsverordnung auf den Online-Handel

Von Rechtsanwalt Willi Marnet, LL.M.

Am 1. Januar 2009 ist eine neue Verpackungsverordnung in Kraft getreten. Nach der Novellierung müssen sich sowohl Hersteller als auch Internet- und Versandhändler, die erstmals verpackte Waren an Endverbraucher abgeben, in Form von Lizenzgebühren an einem Dualen System beteiligen. Eine Ausnahme von der Lizenzierungspflicht besteht nur dann, wenn eine Rücknahme nicht lizenzierter Verpackungen durch regelmäßige Abholung an den belieferten Anfallstellen garantiert wird. Da diese Ausnahmeregelung grundsätzlich nicht für den Online-Handel einschlägig ist, muss der Internethändler darauf achten, dass jede Verkaufsverpackung, zu der auch die sonstigen Verpackungsmaterialen (Versandkarton, Luftpolstertasche, Schutzfolie etc.) gehören, lizenziert worden ist, bevor sie den Endverbraucher erreicht.

Eine Beteiligungspflicht an einem Dualen System ist für den Internet- und Versandhandel zum Beispiel  dann entbehrlich, wenn die zum Versand bestimmte Verkaufsverpackung bereits vom Hersteller der Ware lizenziert worden ist und der Händler für den weiteren Versand dieser verpackten Ware an den Endverbraucher eine so genannte „Serviceverpackung“ wählt. Diese Serviceverpackungen sollen nach Auffassung des Gesetzgebers in absehbarer Zeit auf dem Markt erhältlich sein, da der Händler vom Lieferanten oder Hersteller der Serviceverpackungen aufgrund einer gesetzlichen Regelung verlangen kann, dass dieser die Lizenzierung der Verpackung anstelle des Händlers übernimmt. Allerdings sollte der Internethändler vom Lieferanten oder Hersteller einen Nachweis über die Lizenzierung anfordern, soweit die Verpackung nicht entsprechend gekennzeichnet ist. Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht künftig nicht mehr. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich für den Online-Händler deshalb, weil ein Verstoß gegen die neue Verpackungsverordnung wettbewerbswidrig ist und folglich zu einer Abmahnung führen kann. Zusätzlich kann ein Ordnungsgeld bis zu 50.000 EUR verhängt werden.

Internethändler, die verpackte Waren aus dem Ausland importieren, werden sich an einem Dualen System beteiligen müssen. Ausländische Hersteller unterliegen nämlich keiner Lizenzierungspflicht in Bezug auf deren Verkaufsverpackung. Folglich müssen die Händler diese Verpflichtung übernehmen. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass die Neuregelung der Verpackungsverordnung im Online-Handel zu einer Veränderung des Warenangebots durch inländische Anbieter führen kann.

Durch die Neureglung der Verpackungsverordnung wird nunmehr sichergestellt, dass jede Verkaufsverpackung, die beim Endverbraucher anfällt, bereits vorher lizensiert worden ist. Hinweise auf einer Website oder in Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Onlineshops über den Umgang mit der angefallenen Verkaufsverpackung sind folglich nicht mehr erforderlich
 

 


Archivierte Themen:

2010
Zusätzliche Informationspflichten für Dienstleistungsunternehmen (Mai)
Zur Aktualität von Preisangaben und der Angabe von Versandkosten in Preissuchmaschinen (Apr.)
Änderungen für 0180-Nummern seit 1. März 2010 (Mrz.)
Vorsicht bei der Installation einer „Tell-a-friend-Funktion“ auf einer kommerziellen Website (Jan.)

2009
Keine Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung (Okt.)
Neue Widerrufsbelehrung für den Online-Handel mit Dienstleistungen (Aug.)
Beschlagnahme von E-Mails beim Provider (Juni)
Zur Zulässigkeit der AdWord-Werbung bei Google (März)
Auswirkungen der neuen Verpackungsordnung (Jan.)

2008
Archivierung von Webseiten und Blogs durch die DNB (Dez.)
Impressum muss nicht zwingend Telefonnummer enthalten (Nov.)
Neues Gesetz erleichtert Urheber Durchsetzung seiner Ansprüche (Sept.)
Vorläufige Einschränkung der Vorratsdatenspeicherung (Juni)
Heimliche Online-Durchsuchung (April)
Neue gesetzliche Regelungen im Online-Recht (Jan.)

2007
Mehr Transparenz bei Preisangaben im Web... (Nov.)
Zur Haftung des Admin-C als Bevollmächtigter... (Sept.)
Rechtliche Aspekte zu Blogs... (Juli)
Neues TMG und Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien... (April)
Pflichtangaben auch für geschäftliche E-Mails (Feb.)
Die Verwendung eines unrichtigen Musterformulars zum Online-Widerrufsrecht und seine Rechtsfolgen (Jan.)

2006
Unbegrenzte Haftung für Hyperlinks (Nov.)
Die rechtliche Bewertung von Keyword-Advertising (Aug.)
Heilmittelwerbung im Internet (Mai)
Preisangaben und Versandkosten im Online-Handel (März)

2005
Urheberrechtlicher Schutz von Websites (Dez.)
Weblogs und die Grenzen der Meinungs- und Werbefreiheit (Okt.)
Die Löschung von Werbe-Mails durch den Arbeitgeber (Aug.)
Internet-Rechtsfälle mit Auslandsbezug (Juni)
Spam-Mails ... und kein Ende (März)
Domain-Grabbing und die Registrierung von Gattungsbegriffen als Web-Adressen (Jan.)

2004
Werbung in Form von Meta-Tags (Okt.)
Abpfiff für Spam und Co (Aug.)
Gratwanderung zw. zulässigem Newsletter u. illegalem Spam (April)
Gefährliche Werbewelt (März)
Wirkungslose Disclaimer (Jan./Feb.)

2003
Rechtliches Aus für Tauschbörsen? (Dez.)
Meine E-Mail, Deine E-Mail (Nov.)

 

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Letzte Aktualisierung:
26. Juli 2010

 
 
 
   

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