Net & Law
Thema:
Mehr Transparenz bei Preisangaben im Web
Von Rechtsanwalt Willi Marnet,
LL.M.
Wichtige Änderungen bei
Preisangaben im Online-Handel: So sind Sie auf der sicheren
Seite
Ein neues Gesetz und eine neue Entscheidung
des Bundesgerichtshofs verlangen mehr Transparenz bei
der Angabe von Liefer- und Versandkosten sowie Telefongebühren.
Um Abmahnungen vorzubeugen sollten Sie Folgendes beachten:
Angabe von Umsatzsteuer, Liefer-
und Versandkosten
Der Bundesgerichtshof hat am 4.
Oktober 2007 eine Grundsatzentscheidung zu
Preisangaben im Online-Handel getroffen.
Diese Entscheidung beendet die Rechtsunsicherheit im
Hinblick auf die Platzierung der nach der Preisangabenverordnung
vorgeschriebenen Angaben zur Umsatzsteuer und zu den
Liefer- und Versandkosten.
Demnach gilt:
- Versandhändler müssen
den Endpreis mit dem Hinweis angeben, dass die Umsatzsteuer
darin enthalten ist.
- Sie müssen weiter angeben,
ob zusätzlich Liefer- und Versandkosten
anfallen.
- Diese Angaben müssen dem
Angebot oder der Werbung eindeutig zugeordnet, leicht
erkennbar und deutlich lesbar sein. Das bedeutet nicht,
dass sie auf der ersten und auch nicht auf derselben
Internetseite zu finden sein müssen, auf der
die Ware angeboten und der Preis genannt wird. Es
reicht aus, wenn die Informationen alsbald auf einer
gesonderten Seite zu finden sind, die der Nutzer bei
näherer Befassung mit dem Angebot noch vor Einleitung
des Bestellvorgangs aufsuchen muss. In dem zu entscheidenden
Fall hatten es die Richter als nicht ausreichend erachtet,
dass Internetnutzer die Hinweise zur Umsatzsteuer
und den Liefer- und Versandkosten in den Allgemeinen
Geschäftsbedingungen sowie dem Menüpunkt
»Service« suchen mussten. Nach Auffassung
des Gerichts reicht es ebenso wenig aus, wenn die
Hinweise erst nach Einlegen der Ware in den virtuellen
Warenkorb zu finden sind.
Gebührenangaben bei Anrufen
aus dem Mobilfunknetz
Am 1. September 2007
wurde das Telekommunikationsgesetz (TKG)
novelliert. Es enthält nun auch Regelungen zu Preisangaben
bei Mehrwertdiensten. Demnach müssen nicht nur
die Anbieter von Mehrwertdiensten unter den 0190er-
und den 0900er-Rufnummern den Preis zeitabhängig
je Minute oder zeitunabhängig je Inanspruchnahme
einschließlich der Umsatzsteuer angeben, sondern
auch die Geteilte-Kosten-Dienste (0180), die entgeltfreien
Telefondienste (0800), die Auskunftsdienste (118...),
die Massenverkehrsdienste (0137) und die neuartigen
Dienste (012). Diese Verpflichtung ergibt sich zum Teil
bereits aus der Preisangabenverordnung. Neu ist allerdings
die Verpflichtung, zusätzlich zum Festnetzpreis
anzugeben, dass für Anrufe aus dem Mobilfunknetz
möglicherweise andere Preise als für Anrufe
aus dem Festnetz gelten. Betreiber von Homepages, die
in ihren Angeboten und ihrer Werbung diese Vorschrift
nicht beachten, können auf Beseitigung und Unterlassung
des Verstoßes und bei Verschulden auf Schadensersatz
in Anspruch genommen werden.
Archivierte Themen:
2011
Seit dem 4. August 2011 wieder neue Widerrufs- und Rückgabebelehrung im Onlinehandel (August)
Die elektronische Rechnung per E-Mail nun auch für Unternehmen (Juli)
Keine Abmahnung bei einem Verstoß gegen den Datenschutz (Mai)
Die Widerrufsbelehrung auf der Website genügt nicht der gesetzlich geforderten Textform (Februar)
2010
Rechtliche Risiken beim Einsatz des Webanalyse-Tools „Google Analytics“ (Oktober)
Neuordnung des Widerrufs- und Rückgaberechts zum 11. Juni 2010 (Juni)
Zusätzliche Informationspflichten für Dienstleistungsunternehmen (Mai)
Zur Aktualität von Preisangaben und der Angabe von Versandkosten in Preissuchmaschinen (April)
Änderungen für 0180-Nummern seit 1. März 2010 (März)
Vorsicht bei der Installation einer „Tell-a-friend-Funktion“ auf einer kommerziellen Website (Januar)
2009
Keine Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung (Oktober)
Neue Widerrufsbelehrung für den Online-Handel mit Dienstleistungen (August)
Beschlagnahme von E-Mails beim Provider (Juni)
Zur Zulässigkeit der AdWord-Werbung bei Google (März)
Auswirkungen der neuen Verpackungsordnung (Januar)
2008
Archivierung
von Webseiten und Blogs durch die DNB (Dezember)
Impressum
muss nicht zwingend Telefonnummer enthalten (November)
Neues
Gesetz erleichtert Urheber Durchsetzung seiner Ansprüche (September)
Vorläufige
Einschränkung der Vorratsdatenspeicherung (Juni)
Heimliche
Online-Durchsuchung (April)
Neue gesetzliche Regelungen im
Online-Recht (Januar)
2007
Mehr Transparenz bei Preisangaben
im Web...
(November)
Zur Haftung des Admin-C als Bevollmächtigter...
(September)
Rechtliche Aspekte zu Blogs... (Juli)
Neues TMG und Staatsvertrag für
Rundfunk und Telemedien... (April)
Pflichtangaben auch für geschäftliche
E-Mails (Februar)
Die Verwendung eines unrichtigen
Musterformulars zum Online-Widerrufsrecht und seine Rechtsfolgen (Januar)
2006
Unbegrenzte Haftung für Hyperlinks
(November)
Die rechtliche Bewertung von Keyword-Advertising
(August)
Heilmittelwerbung im Internet
(Mai)
Preisangaben und Versandkosten im
Online-Handel (März)
2005
Urheberrechtlicher
Schutz von Websites (Dezember)
Weblogs
und die Grenzen der Meinungs- und Werbefreiheit (Oktober)
Die
Löschung von Werbe-Mails durch den Arbeitgeber (August)
Internet-Rechtsfälle mit Auslandsbezug (Juni)
Spam-Mails ... und kein Ende (März)
Domain-Grabbing
und die Registrierung von Gattungsbegriffen als Web-Adressen (Januar)
2004
Werbung
in Form von Meta-Tags (Oktober)
Abpfiff
für Spam und Co (August)
Gratwanderung
zw. zulässigem
Newsletter u. illegalem Spam (April)
Gefährliche
Werbewelt (März)
Wirkungslose
Disclaimer (Januar/Februar)
2003
Rechtliches
Aus für Tauschbörsen? (Dezember)
Meine
E-Mail, Deine E-Mail (November)
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